Ich war mal krank, na und?

Manch einer mag sich vielleicht fragen „wieso redet die so oft darüber?“. Wieso muss die das so an die große Glocke hängen? Für mein Empfinden tue ich das nicht. Für mich ist das wie darüber zu reden, wo man schon alles im Urlaub war. Vielleicht ein unglücklicher Vergleich, da das eine doch eher ein negativer Punkt im Leben und das andere ein positiver war. Doch das Ergebnis ist vergleichbar. Eine Sache, die mich irgendwie, irgendwo beeinflusst hat. Meinen Lebensweg mit bestimmt hat. Meinen Charakter geformt hat. Ich kann glücklich sein. Ich bin jetzt gesund. Und die Chancen stehen gut, dass ich das auch bleibe. Natürlich besteht, wie bei jedem anderen das Risiko, dass ich doch nochmal irgendwann krank werde. Es läuft nicht so „wer einmal dran war ist raus aus der Sache“. Eher wer einmal dran war kann Pech haben dass sich in irgendeinem Winkel des Körpers doch noch was versteckt hat. Klein, böse, hinterhältig. Aber dieses Risiko ist nach 5 Jahren recht klein. Und die habe ich ja schon hinter mir. Also Toi Toi Toi, dass alles so bleibt.

Ich bin oft recht Zwiegestalten, was ich davon halten sollte, wie manche ihre Krankheit in die Öffentlichkeit tragen. Nicht, weil ich das schlecht finde. Ganz im Gegenteil. Viele haben keine Ahnung von Krebs. Sehen immer nur das schlimme. Den Tod. Den Schmerz. Und ich will damit nicht sagen, dass das alles falsch wäre. Krebs ist scheiße und gemein. Aber es ist eben nicht nur so. Und da finde ich muss aufgeklärt werden. Wieso denn auch nicht? Es ist eine Krankheit die so viele Betrifft. Wieso sollte dann nicht jeder ansatzweise darüber Bescheid wissen? Allerdings sehe ich die Tendenz, dass das Bild der starken Kämpfer, der positiven Momente, der wunderschönen Glatzköpfe an die Öffentlichkeit getragen wird. Und das ist auch falsch. Das läuft so nicht ab. Zumindest war es bei mir nicht so. Falls es bei manchen doch so ist, ist das toll! Wirklich, ich freue mich für jeden, der da vollkommen positiv durch marschiert. Immer das gute sieht. Aber daran glaube ich nicht. Und ich bin gesund, mich regt sowas nur nebenbei auf. Aber ich weiß, dass mich solche Eindrücke in der Zeit wo ich krank war nicht motiviert hätten. Sie hätten mir ein schlechtes Gewissen gemacht. Die leben ihr Leben weiter? Sehen toll aus? Sind aktiv? Und ich? Liege hier wie so n undankbares dummes Stück scheiße, das einfach keinen Bock mehr auf den ganzen Scheiß hat. Jetzt weiß ich, dass es eben solche und solche Tage gibt. Es gab Tage, an denen war ich motiviert, habe mit den kleineren gebastelt, habe meine kleine Freundin mit ihrem Infusionsständer an Fasching durch die Station geschoben. Und es gab Tage, da war ich ein Arschloch. Ich habe meine Situation gehasst. Habe mich gehasst. Ich habe mich hässlich gefühlt, eklig, kaputt. Niemand konnte mir was recht machen. Ich war gemein zu den Menschen, die nur mein besten wollten. Die sich um mich gesorgt haben. Und das tut mir heute noch so verdammt leid. Aber so läuft das nunmal auch.

Und trotzdem finde ich auch, dass das ganze zu sehr dramatisiert wird. Ja, ich kann mich nicht entscheiden, was? Mein Problem mit der ganzen Sache ist, dass Krebs nicht gleich Krebs ist. Und das verstehen auch hauptsächlich nur die, die damit zu tun haben. Ich zum Beispiel hatte so verdammt Glück. Meine Prognose war 90%. Zu 90% überlebe ich das ganze. Mal schauen wie ich die Chemos Verträge, aber wenn alles gut läuft. Und es lief alles gut. Alles super. Langweilig, oder? Diese popeligen 10% sind zwar da, aber wen interessieren die schon? Und dann gibt es die, bei denen das umgekehrt ist. Bei denen die 10% das sind, an denen sie sich verzweifelt Klammern müssen. Denn mehr haben sie nicht. Und ich, so als 90% Mädchen. Ich werde mich hüten zu plakatieren, wie stark ich doch bin. Denn sich an 90% fest halten ist nicht stark. Man hat ja eh keine andere Wahl. Man geht da halt durch. Und macht das halt. Sich an 10% fest zu halten. Das ist stark. Man hat da zwar auch nicht die Wahl, wie man überleben will. Man hat nur die Wahl, versuche ich die 10%, oder lasse ich es? Denn dann ist das Schmerz und Leid und Arbeit für 10%. Nicht für 90%. Und das ist dann kein spannendes, starkes, beeindruckendes Leben. Voller Positivität und miteinander. Sondern auch ein gute Tage und schlechte Tage.

Vielleicht ist es von Social Media zu viel verlangt. Aber wenn man sein Leben teilt, dann doch bitte richtig. Und dann sag auch, dass es nicht immer toll ist. Für die, denen es so geht wie dir. Für die, die dir dann beistehen. Die zu dir auf sehen. Die denken, sie müssten so sein wie du. Und das appelliere ich an jeden.

So. Ich habe ein paar Fragen bekommen. Und die möchte ich beantworten.

Kannst du dich noch gut an die Zeit erinnern (auch emotional)?

Naja. Also vieles ist irgendwo irgendwie weg. Verdrängt vielleicht? Überschrieben? Ich weiß es nicht. Aber ich war 14. So lange ist das nun auch wieder nicht her. Ich kann mich schon noch gut erinnern. Und zwar ganz besonders an die emotionalen Dinge. Am emotionalsten an die eine Sache. An die, wo ich nicht mehr laufen konnte. Also ich könnte schon laufen. Vorwärts. Treppen waren alleine jedoch unbezwingbar. Ich konnte gerade so mit den Armen ein Bein so hoch heben, dass es auf der Stufe steht. Doch die Kraft um den restlichen Körper nach oben zu stemmen hat gefehlt. Ganz besonders unangenehm war das beim Toilettengang. Ich musste meinen Urin sammeln. Also ne Bettpfanne in die Toilette. Drauf setzen und in die Pfanne pinkeln. Dann das ganze neben die Toilette stellen. Das Pfanne hoch und aufs Klo ging gerade so. Aber die Pfanne vom Klo runter ohne was zu vertippen? Und das aus der Hocke wieder hoch? Alleine? No way. Sowas raubt einem einen Stück weit die Würde. Man fühlt sich einfach peinlich. Mehr nicht. Und darüber zu sprechen ist mir am längsten schwer gefallen. Nicht, dass ich es nicht getan hätte. Ich habe von Anfang an offen über alles geredet. Aber mein gegenüber musste damit rechnen, dass ich ein paar Tränchen verdrückt habe. Nicht weil ich traurig war. Einfach, weil ich emotional war.

Ob ich auch mal Monate am Stück im Krankenhaus war?

Nein. Das längste waren glaube ich 3 Wochen. Ich war nur sehr oft im Krankenhaus. Immer mal nen Tag. Jeden Tag aufs neue. Der Punkt ist einfach, dass ich zwar viel ambulant manchen konnte, ich aber in der Zeit sonst nicht anderes machen durfte. Bei einer Leukämie wird das Immunsystem mit zerstört. Für die Dauer der Therapie. Unterdrückt und kaputt gemacht. Also war alles mit Menschen Tabu. Deshalb war es zwar nicht ein halbes Jahr im Krankenhaus, aber ein halbes Jahr quasi isoliert.

Hast du die Zeit positiv oder negativ in Erinnerung?

Schwierig zu sagen. Wenn ich sage positiv halten mich wahrscheinlich alle für verrückt. Aber eigentlich ist es so. Die negativen Dinge habe ich verarbeitet und die positiven bewahre ich mir. Wieso sollte ich denn jetzt trauern? Darunter leiden? Es ist doch vorbei. Ich habe keinen Grund und auch nicht das Recht dazu zu jammern. Ich habe Glück. Ich bin gesund. Wegen tollen Ärzten und super Familie und Freunden. Also positiv.

Wie hat es dich verändert? Was hast du gelernt?

Das finde ich schwierig zu beantworten. Es war ja in einem Lebensabschnitt, wo sich jeder irgendwie verändert. Sich selbst findet und kennen lernt. Und ich weiß ja nicht, wer ich jetzt wäre, wenn ich nicht krank gewesen wäre. Ich weiß nicht, wie mein Leben jetzt aussehen würde. Ich habe gelernt, dass man alles schlimme irgendwie meistern kann. Und das das Leben danach immer noch das selbe ist. Ich habe gelernt, dass man nicht eine Horde an Freunden braucht um zufrieden zu sein. Nur ein paar gute. Und, dass die Medizin verdammt spannend ist.

Hattest du durch deine Krankheit Nachteile? (In der Schule)

Da musste ich wirklich erstmal nachdenken. Mein Kopf war ja nicht krank. Also primär nicht. Ich hab ja auch regelmäßig so eine super Lumbalpunktion bekommen um zu schauen, dass nichts aufs ZNS übergegangen ist. Also da war alles paletti. Aber eine Kleinigkeit gab es schon. Als ich wieder in die Schule gegangen bin. Ich bin danach auf eine Realschule gegangen, eine neue Schule (das Jahr in dem ich krank geworden bin war ein Jahr, dass ich wiederholen musste, hätte das also zum dritten Mal machen müssen und bin dann lieber auf die Realschule). Niemand kannte mich also. Dann kam ich auch ein paar Wochen später erst dazu, weil ich noch in der Kur war. Niemand wusste, was mit mir war. Niemand wusste, dass ich krank war. Und erstmal hat auch keiner gefragt. Irgendwann ist dann der Knoten geplatzt und alle haben gefragt und geredet und waren unglaublich lieb zu mir. Meine Klasse jedenfalls. Auf dem Schulhof durfte ich mir dann öfter mal sowas anhören wie „bist du ein Mädchen oder ein Junge?“ „Mannsweib“ „Hässlich“. Nicht nett gemeint. Einfach beleidigend gemeint. Meine Klassenkameraden haben mich aber weheren verteidigt und wollten sich sogar für mich prügeln, also mir ging’s gut.

Und was schulisches angeht hat es mir eher noch was gebracht. Ich habe meine Präsentation für den Realschulabschluss über Leukämie gehalten und die Lehrer haben das dann irgendwann mit „du weißt das eh alles viel besser als wir, bekommst ne 1“. Quittiert.

Was waren deine Symptome, bevor du die Diagnose bekommen hast?

Viele blaue Flecken. Aber jetzt keine Angst, bin da vorher anfällig für gewesen und bin es immer noch. Also diagnostiziert euch jetzt bitte keine Leukämie. Es waren richtige Einblutungen ohne Grund. Als hätte ich einen schweren Unfall gehabt. Wirklich sehr extrem. Eine andere hatte allerdings eine Thrombose und auch Leukämie. Also möglich ist alles. Dann hatte ich noch immer mal Nachts Nasenbluten und geschwollene Lymphknoten. Da sind wir dann in die Notaufnahme der Uniklinik und ich wurde auch direkt in der Kinderonkologie aufgenommen.

Was waren deine Gedanken? Hattest du Angst zu sterben oder warst du sicher zu „gewinnen“?

Es wäre gelogen, wenn ich sage, ich hätte nie Angst gehabt. Man hat halt diese Momente. Aber alles in allem habe ich nie wirklich darüber nachgedacht. Ich hatte Angst, habe aber nie über den Tod nachgedacht.

So, ich habe euch immer noch nicht gesagt, wieso ich über den ganzen Quatsch rede. Die Antwort ist ganz einfach. Weil es mir gut tut. Mehr nicht.

Eure medimiri

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Ich war mal krank, na und?

MU Pleven

So Leute,

ich hab ja angekündigt, dass es hier nicht nur um meinen Weg in der Medizin gehen soll. Ich will euch so viele Informationen über die Möglichkeiten in der Medizin geben, wie nur möglich. Und natürlich ab und zu mal eine Geschichte teilen von anderen in der Medizin. 

Worum geht es denn heute? Um die Möglichkeit im Ausland zu studieren. Wenn ich ehrlich bin, hatte ich das für mich nie so wirklich in Betracht gezogen. Wieso? Weil mir die Informationen gefehlt haben. Mir haben sowieso viele viele Informationen gefehlt. Deshalb mache ich das hier alles für euch. Ich will, dass ihr die Informationen die euch fehlen irgendwo her bekommt. Ich beantworte alle Fragen, die ich beantworten kann und helfen jemanden zu finden, der die Antwort kennt, wenn ich ratlos bin. 

Und deshalb hat mich die Liebe Alaa angeschrieben und gefragt, ob ich die medizinische Universität in Pleven (Bulgarien) nicht ein wenig vorstellen könnte. Sie selbst hat hier in Deutschland studiert, doch ihre Schwester hatte leider nicht das Glück (ja, man muss leider auch Glück haben um hier direkt einen Platz zu bekommen). Also hat sie es über Umwege (mal wieder dank mangelnden Informationen) versucht, einen Platz in Bulgarien zu bekommen. Da sich das als nicht ganz so einfach gestaltete, nahm Alaa das in die Hand und ist mit ihr nach Bulgarien, wo sie den Leiter des international Office kennen gelernt hat. Mit ihm hat sie vereinbart, dass sie für die Universität die Social Media Präsenz organisiert. Einfach ein Sprachrohr auf Instagram. Eine Möglichkeit für euch, einfach an Informationen zu kommen. Super Sache also! 

So viel zu der Geschichte hinter dem Account. Jetzt zu der Uni selbst. 

Die MU Pleven ist die älteste medizinische Universität in Bulgarien. Sie bietet den Studiengang Humanmedizin auf Englisch an und richtet sich nach internationalen Standards. Der Studienverlauf wurde extra so gelegt, dass deutschen Studierenden der Quereinstieg nach Deutschland ermöglicht wird. Man kann nach 2 Jahren wechseln ohne das Physikum nachholen zu müssen. Denn jedes Fach wird mit einer Physikumsäquvalenten Prüfung abgeschlossen. Außerdem gehören dort schon klinische Fächer von Anfang an dazu. Wie zum Beispiel Immunologie, Mikrobiologie, Virologie und so weiter. Fächer, die schon wirklich mit klinischen Fällen zu tun haben und die erst jetzt auf meinem Stundenplan stehen. Natürlich ist das ganze mit 3750€/Semester nicht gerade günstig und muss erstmal finanziert werden. Allerdings sind dort in dem Studentenstädtchen die Lebensunterhaltungskosten nicht vergleichbar mit denen in Deutschland. Mit ca. 300-400€/ Monat kann man gut leben. Und die Flüge nach Hause sind rechtzeitig gebucht auch günstiger als die Heimfahrt teilweise innerhalb Deutschlands. Zusätzlich wurde viel neu gebaut extra für die Studenten. Ein neues Pharma Zentrum, ein Hörsaalgebäude sowie 2 Laborgebäude. 

So, wie kommt man da jetzt rein? Es gibt Agenturen, die einen für viel Geld und nur mit Einser Schnitt rein bringen wollen. Es gibt aber auch bessere Möglichkeiten. Möglichkeiten selbst zu überzeugen. Denn die Noten sind nicht das, was einem zu einem guten Arzt macht. Und darum geht es. 

Übrigens: man kann dort auch mit Fachabitur Medizin studieren. 

Und für alle die jetzt neugierig geworden sind: die Universität hat vom 23.11.-25.11. einen Stand auf der „Einstieg Messe“ in München. Es wird eine Präsentation geben sowie die Möglichekit persönlich alle Fragen zu stellen. Schaut doch vorbei.

Und für alle, die nicht die Möglichkeit haben vorbei zu schauen, schreibt an den Account @MU_Pleven -> sie beantwortet alle eure Fragen! 

Eure medimiri 

MU Pleven

Nur ein Staatsexamen.

Was ist das denn, dieses „Physikum“? Genau genommen heißt es ja 1. Abschnitt der Ärztlichen Prüfung und ist ein Staatsexamen. Das 1. im Medizinstudium. Und genauer gesagt ist es erst die Hürde bevor es richtig los geht. Denn danach geht es daran etwas über Krankheiten und Behandlungen zu lernen. Man könnte es so sagen, dass man davor gelernt hat, wie der gesunde Körper aufgebaut ist und funktioniert. Und danach wie wir herausfinden was einem Körper fehlen kann, was das alles ist und wie man den Körper wieder gesund bekommt.

Aber was ist denn diese Prüfung jetzt? Die Medizinstudenten, oder die es mal werden, werden das schon grob wissen. Oder ihr habt es sogar selbst schon hinter euch. Für alle die sich da nicht ganz sicher sind, oder noch gar keine Vorstellung davon haben: Es ist aufgebaut aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil. Der schriftliche Teil erstreckt sich über 2 Tage mit je 4 Stunden. Der mündliche Teil findet in der jeweiligen Universität statt und dauert pro Prüfling ca. 1 Stunde.

Jetzt aber mal genauer. Wie habe ich mich darauf vorbereitet? Ich muss zugeben, ich hätte vieles besser machen können. Ich hätte früher anfangen können, vielleicht sollen. Ich hätte nach Lernplan vorgehen können. Der Punkt ist, in Frankfurt gibt es die berühmt berüchtigte Vierer-Klausur. Eine Klausur in Biochemie, Physiologie, Anatomie und PsychSoz. Auf Physikumsniveau. Die war am 6. Juli. Hätte ich dafür schon früher gelernt, wäre das gar kein Problem gewesen. Hab ich aber nicht. Und so ging Physiologie in die Hose. Musste ich nachschreiben. Hat auch geklappt… aber die Zeit ging dann dafür drauf. Und weil gerade Physiologie das Fach ist, welches am weitesten von Physikumswissen abweicht bei uns hat mir das nicht so unbedingt viel gebracht. Habe dann versucht mir einen Lernplan zu machen. Und mit Endspurt zu lernen. Der Lernplan sah vollgepackt aus bis oben hin. Die Menge nicht schaffbar. Ich bin nicht der Typ Mensch, der wirklich nur durch lesen lernen kann. Zumindest nicht so viel. Ich muss mir Notizen machen. Irgendwann war ich mit meinem Lernplan Tage hinterher. Also habe ich einfach ins blaue gelernt. Mit viamedici. Und habe gekreuzt, gelesen, gekritzelt. Die Notizen wurden unordentlicher. Die Motivation schwand und schwand. Oft habe ich nur ne Stunde was gemacht. Oder sogar gar nichts. Aber: es gab auch Tage an denen ich mich eingeschlossen habe. Und viel gelernt habe. Sehr viel. Die Zeit war also anstrengend und ich habe gelebt zwischen Stress, schlechtem Gewissen und Fakten die nicht im Kopf bleiben wollten. Anhand meiner Fehler gebe ich euch jetzt ein paar Tipps: 1. Wenn eure Zeit nicht mehr reicht für die Lernpläne von Thieme oder Medi-Learn und ihr euch einen eigenen machen wollt, plant genug Zeit ein! Lieber wenig jeden Tag und dafür durch bis zur Prüfung als die Tage voll zu packen und am Ende noch viel Wiederholungszeit zu haben! Der Motivation tut es gut, mal an einem Tag mehr zu schaffen als geplant. Nicht gut tut es ihr, ständig was schieben zu müssen. Also: lieber früher fertig werden als gedacht und dadurch Zeit zum wiederholen haben als welche einzuplanen und später fertig werden als gewollt! 2. Ich habe zu wenig gekreuzt! Ich dachte, wenn ich nicht alles gelernt habe, brauche ich auch noch nicht zu kreuzen. Falsch gedacht! Man hat ja alles irgendwie schon einmal gelernt. Also: Ab ans kreuzen! Hebt euch ein paar Jahre auf als Generalproben. Aber: kreuzen kreuzen kreuzen! So lernt man auch viel. 3. Mir hat es geholfen, nach Organsystemen zu lernen. Irgendwie hatte ich da das Gefühl ich hab ein umfangreicheres Verständnis gewonnen. Aber da ist jeder anders, also probiert euch aus!

So, nach der ganzen Lernerei kam der große Tag. Besser gesagt die 2 großen Tage (Tag1: Biochemie, Chemie, Physiologie, Physik; Tag2: Anatomie, Histologie, Biologie, PsychSoz).  An manchen Unis habt ihr die mündliche schon hinter euch. An manchen habt ihr danach noch genug Zeit. Ich habe meine Generalproben nur ganz knapp bestanden. War nicht so gut gegen die Nervosität. Aber eigentlich ist die schriftliche nicht anders als jede andere Klausur die ihr schon geschrieben habt. Sie ist vielleicht länger und fühlt sich „offizieller“ an. Aber es sind vertraute Gesichter, die um einen herum sitzen. Die Menschen, die Aufsicht haben sind meistens auch sehr nett und wollen nur das beste. Nehmt euch was zu essen und was zu trinken mit! Ich habe es nicht gebraucht, aber schaden kann es nicht. Geschrieben wird mit Bleistift. Dafür liegt auf dem Platz alles bereit. Also an Stiften braucht ihr nichts. Und dann geht es auch schon los! Schneller als man denkt sind die 2 Tage vorbei und die erste Hürde ist geschafft.

Was nun? Viele sind erstmal online gegangen und haben ihre Antworten beim Examensservice von medi learn eingegeben. Wie ihr sicher wisst nimmt man den Bogen mit den Fragen mit. Ich hab das nicht gemacht. Ganz ehrlich, ich war mit fasst sicher, dass es bei mir nicht gereicht hat. Und das wollte ich vor der Mündlichen nicht wissen, da ich nur eine Woche zum lernen hatte. Also lebte ich in angenehmer Ungewissheit. Und habe für das mündliche gelernt. Wie? Mit Vorlesungsfolien und Altprotokollen (bei uns gibt es die an der Uni, andere Unis müssen die sich bei Medi learn holen). Und ganz viel reden üben! Wer etwas erklären kann, weiß es auch. Und nur weil du es weißt, kannst du es noch lange nicht formulieren!

Der Tag der mündlichen Prüfung (Anatomie, Biochemie, Physiologie) war schlimm. Ich hatte meine Prüfung erst nachmittags. Davor war also viel Zeit für Panik. Unbegründete, sinnlose, lähmende Panik. Das wusste ich. Konnte aber nichts dagegen tun. Da ich in Anatomie die praktische Prüfung hatte (das wird zugelost) musste ich Mikroskopieren (informiert euch, das ist von Fach zu Fach und von Prüfer zu Prüfer anders!). Also, eine halbe Stunde Mikroskopieren. Und los ging es. nach und nach und nacheinander wurden wir (4 Leute) in allen Fächern geprüft. Zwischen zwei Fächern hat man so immer ca 45-60 Minuten Pause. Kann aber nicht raus gehen. Fast 4h sitzt man da also drin. Und hat jede Sekunde die Befürchtung: die nächste Frage kann ich vielleicht nicht beantworten! Leider kam ei mir auch so ein Moment. Mehrere solcher Momente. Und ich kann euch sagen: Das ist gar nicht schlimm. Die Prüfer helfen einem tatsächlich.

Und jetzt? Ist es echt vorbei? Ja, ist es! So schnell ging das. Gut, für euch war es nur ein Text. Aber auch tatsächlich ist es auf einmal vorbei, fühlt sich aber noch gar nicht so an. Wie immer, wenn man gerne noch mehr Zeit hätte. Und doch ist man danach froh, dass es so schnell vorbei war. Wie immer. Nichts besonderes. Nur ein Staatsexamen.

Eure medi miri

Nur ein Staatsexamen.

Ein Tag auf der IMC

Viele von euch machen ihr Praktikum bestimmt auf einer „normalen“ Station. Mit mobilen und vor allem stabilen Patienten. Man denkt zwar Krankenhaus ist halt Krankenhaus aber da gibt es schon Unterschiede. So ist der Alltag auf einer Überwachunsstation ein anderer als auf einer peripheren. Und weil den ein oder anderen vielleicht interessiert wie es so auf der IMC Abläuft, fasse ich das mal kurz zusammen.

Frühschicht

Schichtbeginn ist um 6:00. Man kommt auf die dunkle (also das ist dank der ganzen Monitore relativ) Station und steuert auf den Pflegestützpunkt zu. Die Nachtschicht ist entweder unterwegs in den Zimmern (es gibt immer was) oder versinkt im Halbschlaf in den Stühlen. Was sich beim Anblick der Frühschicht allerdings schnell ändert. Denn das Eintreffen dieser bedeutet: bald Feierabend. Dann gibts erstmal die Übergabe. Der Ansprechpartner der Nachtschicht gibt der Frühsschicht einen Überblick über Diagnosen, geplante Untersuchungen und Verlegungen, wichtige Neuigkeiten. Dann werden die Zimmer aufgeteilt. Im Allgemeinen sind es 4 Pflegis und jeder nimmt 4 Patienten. Dann übergibt die Nachtschicht ihre Patienten dem jeweiligen Zuständigen der Frühsschicht. Da gibt es dann genaueres. Was so passiert ist. Was so für Medikamente gegeben wurden. Wer besonders unruhig war. Und so Zeug eben. Dann beginnt jeder anders. Je nachdem eben. Es werden Medikamente gerichtet, der Bettplatzcheck wird gemacht (Alles da, was da sein soll? Alarme am Monitor richtig eingestellt? Funktioniert alles für den Notfall?). Manche schauen auch erstmal am PC was so in den Diagnosen genau steht, was die letzten Pflegis in die Berichte geschrieben haben und so. Dann werden auch schon die ersten Medikamente gegeben, Patienten bekommen ne Inhalation, Blut wird abgenommen. Dann ist es auch schon so um 8. Das heißt, Patienten waschen, Frühstück austeilen, gegebenenfalls auch Frühstück Anzeichen, während dem Waschen die Betten frisch beziehen. Medikamente werden immer wieder gegeben. Sind ja schließlich zu unterschiedlichen Zeiten angesetzt. Immer wieder muss bei manchen der Blutzucker und die Temperatur kontrolliert werden. Die restlichen Vitalzeichen werden zum Glück automatisch verfasst. Andere haben einen Dauerkatheter, der misst die Temperatur selbst. Urin muss generell bei allen Bilanziert werden, genauso die Flüssigkeitsmenge, die sie zu sich nehmen. Viele Patienten müssen gelagert werden und regelmäßig hoch gezogen. Und zwischendurch immer wieder alles dokumentieren. Um 10 frühstücken wir dann auch mal selbst. Doch meistens nicht alle zusammen und auch meistens mit Unterbrechungen. Denn neben den ganzen Dingen, die getan werden, haben die Patienten ja auch Anliegen. Also wird auch öfter mal nach der Schwester geklingelt.. oder gerufen… manchmal auch getreten. Denn manche Patienten sind nicht wirklich adäquat. Nicht ganz bei sich. Bei manchen ist das nicht so wild, die sind halt etwas verwirrt. Schwierig wird es, wenn sie dann der Meinung sind sie gehen jetzt. Ziehen alle Kabel ab. Ziehen sich selbst den ZVK und die Arterie. Und so weiter. Und ganz schwierig wird es, wenn sie dann auch noch handgreiflich werden. Dann kommt es auch mal vor, dass man einen Patienten fixieren muss. Zur eigenen und auch zu unserer Sicherheit.

Dann um ca. 12 wird Mittagessen ausgeteilt. Bis dann alle gegessen haben und dasdie Tabletts Weg geräumt und alle Patienten wieder im Bett, auf dem Mobistuhl, auf dem Toilettenstuhl sind ist es auch schon um 1 und die Spätschicht ist da. Übergabe, Zuteilung, genauere Übergabe. Die Stunde Überschneidung bis 14:00 wird meistens noch zum dokumentiere genutzt. 

Spätschicht

Nachdem dann alles übergeben wurde geht es meistens auch schon los mit Medikamente richten, Bettplatzcheck, schauen was so ansteht bei den Patienten, dokumentieren, lagern, hochziehen. Medikamente geben, abhaken, Blut abnehmen. Patienten müssen zu Untersuchungen, werden verlegt, bekommen Eingriffe am Bett. 16:00 ist dann auch schon Besuchszeit, da zieht man sich dann eher zurück. Wenn um 18:00 alle weg sind gibt es Abendessen. Wenn man selbst was essen will macht man das am besten während den Besuchszeiten. Abendessen heißt wieder Medikamente, Blutzucker messen, essen anreichen. Danach müssen dann viele mal auf den Topf oder saßen fürs Essen im Stuhl und wollen wieder ins Bett. Um 20:30 trifft dann die nächste Nachtschicht ein und lässt sich erzählen was am Tag so passiert ist. Um 21:00 ist dann Feierabend für die Spätschicht und es geht heim zum Schlafen, am nächsten Tag ist ne neue Schicht. 
Das war jetzt kurz knapp und grob wie es so auf ner IMC Abläuft. Und der Unterschied zwischen IMC und Intensiv ist im Prinzip, dass wir keine intubierten Patienten haben. Das wars. 

Ich hoffe das war jetzt informativ. Bei Fragen immer her damit. 

eure medimiri

Ein Tag auf der IMC

Ich, der Depp im Dienst – Pflegepraktikum

Sososo wieder was neues von der ollen. Mal gucken ob das was taugt.
Wie ihr wisst, oder es jetzt dann wisst, mache ich seit Montag (1.08.) mein Pflegepraktikum. Was das ist? Einfach etwas, dass Medizinstudenten noch mehr zu tun haben als sie es eh schon haben. 3 Monate lang im Weg rum stehen. So ungefähr. Wieso genau 3 Monate. Wieso genau in der Pflege. Wieso vorm Physikum. Wieso nach dem Abi. Darüber kann man sich streiten. Aber wie es so schön in der Krankenhauswelt läuft: Klappe halten und machen. Du als Student hast nix zu melden. 

Ich bin zwar noch keine Ärztin, aber Schweigepflicht hab ich trotzdem. Deshalb wird das hier so anonym gehalten wie es geht. Wenn ich über Patienten oder Personal schreibe verwende ich Decknamen und so weiter. Nicht wundern.

Mein Praktikum absolviere ich auf der IMC. Vielen von euch wird das ein Begriff sein. Mir war es das nicht. Deshalb kurz und knackig 

DocCheck Flexikon App
Ich mache das jetzt erstmal 2 Monate und dann nächstes Jahr noch einen. Ob auch da oder dann wo anders mal schauen. Aber erstmal bin ich hier und hier ists ganz gut. Die Stimmung so im Personal ist freundschaftlich. Bis jetzt waren alle nett. Auch lustig. Ärzte-pfleger Verhältnis ist gemischt. Das eine Ärzt (anonym, no gender telling und so) quatsch viel mit Pflegern, wird auch ins Essen bestellen einbezogen. Super Verhältnis. Mögen alle. Das andere Ärzt scheint für nervig befunden zu sein. Scheint noch ein jung geschlüpftes Ärzt zu sein. Braucht noch Flughilfe. Wird aber trotzdem nett behandelt. Hintenrum gibts ja immer was. Es scheint auch innerhalb der Pflege so zu sein, dass die ganz neuen eher kritisch betrachtet werden. Müssen sich erst beweisen. Aber so isses nunmal. 

Montag

Erster Tag. Aufgeregte Miri. Die erste Hürde war ja hoch zu gehen und die Wäschekarte abzuholen. Dann den Wäscheautomat zu finden. Und dann einen Ansprechpartner zu finden. Ja und als das geschafft war. Miri in blau-weiß. Saß ich am Tisch und hab bei der Übergabe zugehört. Also da, wo die alle auf einmal Chinesisch konnten. So n paar Begriffe kannte ich aus Greys Anatomy, aber das will man ja nun auch nicht zugeben. Dann war ich zugeteilt und verwandelte mich in Dackel-Miri. Kein Plan von nix also laufen wir mal hinterher. Klar war mein Pflegi (das Pflegi, Nomen, deutsch, die Pflegi Pl) nicht so begeistert dass ich sowas noch nie gemacht hab und somit alles (Blutzucker, Subkutane Spritzen, BGA, etc) nicht beherrschte. Aber hey. Praktikanten sind halt nutzlos. Habe eifrig zugehört, zugeschaut. Medikamente aufgezogen (welche Kanüle nochmal? Sorry aber wie viel ml waren das nochmal? Wie heißt das wieder?), den Bettplatzcheck beobachtet, Temperatur gemessen, alles wieder vergessen. Namen? Was gehört an den Bettplatz? Wie hießen die Medikamente? Alles wieder weg. Und Menschen, die sowas schon Jahre lang machen neigen dazu, zu denken, dass man das nach einmal sehen kann weiß und macht. Falsch gedacht. Miss Medizinstudentin braucht 10739209262 Anweisungen. Verzögert alles. Geilo. Dann kam ein anderes Pflegi und hat mich ausgeliehen. Ja ausgeliehen. Zum Patienten umlagern. Danach sollte ich diesem Pflegi weiter helfen. Waschen und so. Und füttern. Aber nein, das sagt man nicht. Man füttert Tiere, Menschen reicht man an. Aber ein Baby füttere ich ja auch. Und alte Menschen sind ja fast sowas ähnliches. Finde ich. Dummerweise war diese Person eine isolierte und ich war in voller Montur beim Füttern. Und die dumme Miri rennt natürlich mit dem Tablett und voll bekleidet durch die Gegend. Bis mich jemand darauf hingewiesen hat dass das nicht so super ist. Ok, ist notiert. Daaaann durfte ich noch mit einem anderen Pflegi, wobei dieses Pflegi eigentlich ein Arzthelfi ist, Medikamente einräumen. Außerdem hab ich ne BGA gemacht. Und natürlich Bettöpfe weggebracht. Yay. 

Dienstag 

Da war ich direkt bei dem Pflegi das mich ausgeliehen hat und ich durfte direkt 3 Personen alleine waschen und eine Füttern. Dabei habe ich den Fehler gemacht bei einer Person bei den Füßen zu beginnen. Joa. Macht man nicht. Also muss Miri neues Wasser holen und oben anfangen. Da war jetzt nicht so viel neues. Wobei, Blutzucker hab ich noch gemessen. Und dann, dann hab ich Wägen aufgefüllt. Spritzen, Schläuche, Kompressen, Pflaster… 

Mittwoch

Und dann… Das erste Mal Spätdienst! Uhhh Miri ist wieder aufgeregt. Alles ist neu. Ich bin ganz alleine im Spätdienst (keine andere Praktikantin). Und ich hab keine Ahnung was ich tun soll. Alles ist aufgefüllt. Alle wuseln rum. Miri ist im Weg. Also musste ich nerven und wurde dann letztendlich einem Pflegi zugewiesen. Da hab ich mich dann so überflüssig gefühlt. Irgendwie war nicht so viel zu tun. Und das einzige was ich tun konnte war essen austeilen. Und das läuft so, dass ich erstmal die Pflegis Frage wer in deren Zimmer essen darf. Dann frage ich diese Personen was sie essen wollen. Dann gehe ich in die Küche und puzzel das zusammen und dann Teile ich es aus. Auch wenn wir nur 16 Betten haben dauert das ewig. In der Zwischenzeit haben die anderen bestellt und gegessen und ich saß dann hinterher alleine da und hab gegessen. Naja.  

Donnerstag 

Frei!!

Freitag

Und Freitag. Der Freitag war super. Mein Pflegi war klasse. Hat mir alles nochmal erklärt (auch das, was ich schon gehört haben muss) und hat mich ne Spritze setzen lassen. Hat mich nicht zu niederen Arbeiten verdonnert sondern so viel es geht gezeigt und erklärt. Und dann hab ich noch bei einer Punktion assistiert. Also dem Arzt. Also Desinfiziert und den Beutel ausgefaltet und Tupfer aufs sterile Tuch geöffnet. Und beim Sono hat er mir gezeigt wo die Flüssigkeit ist und wo er durch pieksen muss. Und und und. Das war schon super auch wenn mir nach 2 mal eine Person für einen Einlauf festhalten der Rücken weh tut. Aber was anstrengend ist macht mich nur stärker. 

Insgesamt

Also ich muss sagen ich hab mir das alles viel schlimmer vorgestellt. Ich dachte auch, dass meine Ekelgrenze viel niedriger liegt. Eigentlich bin ich sehr geruchsenpfindlich und ekle mich schnell. Aber ich finde das alles voll ok. Ich wischen Personen den Arsch ab. Wasche Männer auch im Intimbereich. Creme Füße ein. Alles kein Problem. Und manche Patienten sind auch echt cool. Mit denen kann man sich super unterhalten. Achja, sind alle schon relativ alt. Falls es euch interessiert. Und größtenteils auch nicht so mobil. 

Ich weiß, es gäbe noch viel mehr zu sagen. Aber fürs erste sollte das reichen. Falls ihr Fragen habt, immer her damit. Wenn ich ein bisschen mehr gearbeitet hab gebe ich auch nochmal ein Feedback. 

eure medimiri

Ich, der Depp im Dienst – Pflegepraktikum

Tipps und Tricks, oder auch – so würde ichs jetzt machen –

Erstmal vorneweg: Jede Uni ist anders, jede Uni verlangt andere Schwerpunkte. Jeder Mensch ist anders, jeder muss seine eigene Methode finden.  Das, was ich jetzt schreibe ist alles so, wie ich es empfinde und wie es an meiner Uni gehandhabt wird. Ich erzähle euch nur wie und mit was ich am besten lerne. Ihr könnt das dann gerne ausprobieren und schauen ob das klappt… Aber das ist jetzt kein Leitfaden, wie jeder von euch jede Klausur besteht. Und dazu sage ich immer wieder: die Welt geht nicht unter, wenn mal was in die Hose geht! Wenn es so leicht wäre würde es ja jeder machen. Niemals aufgeben, stark sein, ein Ziel vor Augen haben und sich selbst nicht so ernst nehmen.

Anatomie

Das Fach, was wahrscheinlich die meisten interessiert. Sowas gab’s in der Schule nicht (außer ihr habt schon was medizinisches gelernt). Es ist so anders,  neu, aufregend! Aber halt auch angsteinflößend. Und das wahrscheinlich für jeden. So wie auch für mich. Die ersten Vorlesungen überfluten einen mit Infos,  ganz viele tolle schlaue Bücher werden empfohlen. Man solle sich doch bitte ein paar anschauen und dann eins davon kaufen.  Joa,  nur worauf soll man da achten? Worauf kommt es bei einem guten Anatomie Buch an? Schwierig, wenn man nie eins in der Hand hatte. Hier ein paar Tipps:

  1. Fragt Studenten in höheren Semestern. Am besten von eurer Uni. Die haben das alles schon hinter sich und haben herausgefunden womit sie gut lernen können. Fragt nicht unbedingt die auf dem Bücherflohmarkt, die wollen ja verkaufen. Fragt irgendwen. Vielleicht findet ihr jemanden in der Bib, bei der Hörsälen, etc.. 
  2. Leiht euch eine Auswahl aus oder setzt euch in die Buchhandlung und vergleicht ein Kapitel. Etwas, was euch interessiert. Schaut, wo euch die Bilder gefallen, wo ihr die Texte gut versteht, was euch übersichtlich vorkommt. Jeder hat ein anderes empfinden und braucht ein anderes Text zu Bild Verhältnis. Einen anderen Seitenaufbau.
  3. Schaut welcher Atlas euch gefällt! Der Prometheus hat mehr Text zum Bild und ersetzt deshalb zum Teil schon ein Lehrbuch.. Da reichen dann Kurzlehrbücher oder sogar Endspurt oder Medilearn. Wenn ihr eher der Sobotta Typ seid, empfiehlt sich ein nettes Lehrbuch dazu. Man kann mit beiden Methoden zum Ziel kommen. Ich selbst hab mit Prometheus UND einem Lehrbuch (der dualen Reihe von Thieme) gelernt. Ich neige aber auch nicht dazu mich in unwichtigen Details zu verlieren(passiert gerade bei der dualen Reihe vielen sehr schnell). Da ist wieder jeder anders. Aber ein Atlas ist auf jeden Fall empfehlenswert! 
  4. Kauft ruhig gebraucht.  Vielleicht nicht gerade die erste Auflage, aber man kann auch gut mit ein bisschen älteren Büchern lernen. Ihr werdet euch noch so viele Bücher kaufen da muss man nicht für jedes den vollen Preis zahlen. Oder ihr leiht sie euch sogar nur aus. Das geht besonders gut bei kleineren Fächern wo das Buch nur zum nachschlagen ist.

Wenn ihr nun ein Buch habt. Einen Atlas habt. Ein Skript habt. Die Vorlesungsfolien auf dem Laptop. Oder sogar ausgedruckt.  Da seid ihr erstmal überfordert. Ich wusste nicht wo ich anfangen soll. Knochen. Wie viele verdammte kack Knochen hat denn der scheiß Körper?! Dann blättert man weiter. Jeder Knochen hat noch so 10 Begriffe für Wölbungen, Rinnen, Knubbel und Dellen. Und die klingen alle gleich. Alle. Was zum?! Also hab ich erstmal das versucht zu lernen. Aufgeben. Muskeln gelernt. Verzweifelt. Gefäße angeschaut. Geweint. Ein weiser Hiwi erzählte uns: lernt den ganzen Quatsch nicht einzeln. Fangt mit einem Gebiet an. Nicht mit einer Gewebeart. Und genau so macht man es meiner Ansicht nach am besten. An den Knochen sind nur die Knubbel und Furchen wichtig, die Ansatzstellen von Muskeln sind. Oder Rinnen für Gefäße. Und meistens heißen die dann auch passen dazu. So lässt sich alles direkt verknüpfen. Und die Topografie ist auch schneller im Kopf… Wenn ihr erst die Knochen, dann die Muskeln und dann die Gefäße lernt müsst ihr das ja am Ende auch noch alles verbinden…

Nutzt den Präpkurs! Ganz wichtiger Tipp. In Büchern sieht alles anders aus. Aber wenn man sich das nebeneinander legt und die Parallelen sieht lässt sich alles besser merken. Und irgendwann erkennt man in dem Durcheinander auch tatsächlich was! 

Und nochwas: eigene Zusammenfassungen sind eine gute Investition. Wenn ihr die Zeit habt, macht das! Auch wenn es euch nicht so viel mehr bringt als lesen und markieren habt ihr das alles in Kürze wenn es dann aufs Physikum zugeht.

Histologie

Gehört bei uns zur Anatomie dazu weshalb es vermutlich nicht ganz so ausführlich verlangt wird wie an Unis wo es ein einzelnes Fach ist. Allerdings kann ich da Kurzlehrbücher oder falls es sowas bei euch gibt, so einen online Kurs.. Oder online Materialien.. empfehlen. In den meisten Anatomie Lehrbüchern steht schon einiges drin.. Das wichtigste ist einfach die Bilder auch zu erkennen. Also immer schön mikroskopieren… Die Präparate anschauen und anhand dessen dann den Stoff lernen. Mehr kann man da eigentlich nicht machen. Das ist einfach, aber mühsam. Muss man halt durch.

Biologie

Bio ist (zumindest bei uns) größtenteils ne Wiederholung des Schulstoffs. Bisschen Zellbiologie, bisschen Genetik, bisschen Mikrobiologie.. easy peasy. Aber man sollte es trotzdem nicht unterschätzen. Mit ein bisschen Mühe ist das gut machbar, allerdings nicht wenn man gar nichts dafür tut.. Da reichen aber im allgemeinen so Medilearn oder Endspurt hefte.. Aber auch hier: Fragt höhere Semester. Jede Uni ist da anders. 

Chemie

Chemie Chemie du Miststück. Kein Fach kickt so viele raus. Kein Fach ist so gefürchtet. Kein Fach ist so gehasst. (Hier zumindest) Aber ihr braucht jetzt keine Schweißausbrüche, Panikattacken oder Ohnmachtsanfälle bekommen. Auch keinen Intensivkurs machen oder euch einen Privatlehrer einfliegen lassen. Schaut erstmal, was eure Uni so will. Fangt rechtzeitig mit dem Stoffsortieren an. Und dann versucht ein bisschen zu verstehen, aber behaltet im Auge, was gefragt wird.  Zu verstehen ist immer gut, gerade dann später für Biochemie. Aber bei uns wurden zum Beispiel größtenteils Rechnungen verlangt. Da hat einem das großartige Verständnis auch nix gebracht,  wenn man den Rechenweg nicht kannte… Ich habe daher nur mit Altklausuren und Medilearn gelernt. Da kann ich euch also kein Buch direkt empfehlen… Ich fand Medilearn einfach schön verständlich und die Rechnungen habe ich halt nur durch Übung gelernt…

Physik

Magst du Mathematik? Nein? Versuch wenigstens damit auszukommen. Wie mit der Bitch der Klasse, die du noch nie leiden konntest. Aber freundlich sein geht schon. Versuch es nicht zu verkomplizieren,  eine Oberflächliche Waffenruhe reicht. Aber so weit solltest du schon gehen. Dann geht das auch. Man muss halt die Formeln lernen und wissen wann man sie anwendet. Dann kann das ganze sogar ein bisschen Spaß machen. Es ist auf jedenfall  (für mich) nicht so kompliziert gewesen wie Chemie. Gelernt hab ich mit nem richtigen Lehrbuch(der Trautwein). Aber eigentlich nur für die Abfragen, die wir während dem Praktikum haben. Für die Klausur habe ich dann auch Altklausuren gerechnet.

Terminologie

Haha. Hahahaha. Ha. Joa dafür hab ich nix gelernt. Das ist hier der Einführungswitz. Eine Dame steht vorne und dekliniert einem so lange vor dass du das im Schlaf kannst. Und dann bekommt man wie so einen Vokabeltest vorgesetzt und fertig. Das soll aber an manchen Unis echt schwer sein. Also am besten mal nachfragen. 

Fazit

Das waren jetzt die Fächer, die ich bis jetzt geschrieben habe. Sobald ich ein paar mehr Fächer hinter mir hab gebe ich gerne auch noch mal ein Update. Bis dahin kann ich nur sagen, dass es immer von Vorteil ist sich Zusammenfassungen zu machen.  Seit ich Biochemie hab halte ich mich so ein bisschen an die Lernzettelmethode der @medizinerleben und komme damit gut zurecht. In Anatomie habe ich so kleine Büchlein geschrieben und da auch rein gemalt und geklebt. In Histologie hab ich Karteikarten geschrieben. Aber es ist egal, wie ihr lernt. Nichts ist besser oder schlechter. Hauptsache ihr kommt damit zurecht. Und denkt dran: jeder hat ein anderes Tempo, eine andere Reihenfolge, eine andere Methode. Lasst euch nicht verunsichern. 

Und an die Spezialisten unter euch, die sich stressen lassen und dann zu frühzeitigem Aufgeben neigen. Man kann auch, wenn man falsch lernt und 2 Wochen vor der Klausur auf einmal seine Methode gefunden hat noch bestehen. Auch wenn ihr denkt, bis jetzt ist nix hängen geblieben, jetzt lass ichs gleich sein. Auch wenn alle anderen schon so viel mehr können. Auch wenn man nur noch ne Woche hat. Es geht schon! Aufgeben ist keine Option. Nur, wenn es euch nicht gefällt. Aber ein „Ich will das so sehr, aber ich kann das nicht“ lasse ich nicht durchgehen! Wollen,  machen, schaffen… Dieses Studium ist nunmal nicht ohne. Aber das ist ja auch irgendwie der Reiz daran.

Kämpfen lohnt sich.

eure medimiri

Tipps und Tricks, oder auch – so würde ichs jetzt machen –

mein 1. Jahr Medizinstudium

Aaalso… wie fängt man sowas denn an? Ein ganzes Jahr beschreiben. Ein Jahr, das so anders war als alle anderen Jahre meines Lebens. Und doch irgendwie nicht so anders als gedacht. Vielleicht fange ich mal ganz vorne an…. Mit dem Erhalt der Zulassung….

Da ich ja damals schon auf Instagram unterwegs war wusste ich dass man hochschulstart schon ein paar Tage vorher nerven kann. Also E-Mail verfasst, abgeschickt, Puls geht in die Höhe, Schweißperlen auf der Stirn, pure Nervosität. Kennt ihr ja. Am nächstens Tag bekomme ich also die E-Mail.

Sehr geehrte Frau ***,

unter Vorbehalt können wir Ihnen mitteilen, dass Sie eine Zulassung für den Studiengang Medizin an der U ***  erhalten werden. Der Bescheid sollte am 03.09.2015 online in Ihrem Benutzerkonto zur Verfügung stehen und am selben Tag auch schriftlich verschickt werden. Bitte beachten Sie: Auskünfte per E-Mail sind unverbindlich. Rechtsverbindlich ist erst der schriftliche Bescheid.

 

Mit freundlichen Grüßen

hochschulstart.de

Joa. Die E-Mail hab ich am 02.09.2015 bekommen. Im Nachhinein ist es echt unnötig gewesen. Gebangt hab ich trotzdem noch. Es heißt ja „unter Vorbehalt“. Aaaber: eigentlich ist das schon recht sicher, dass man mit dieser E-Mail den Platz sicher hat. Am nächsten Tag war dann auch meine Zulassung online und ich konnte feiern. Erstmal war es irgendwie so… ein Blatt Papier. Ausgedruckt nicht so spektakulär. Aber je näher der Tag der Einschreibung kam, desto mehr wollte ich darüber reden. Ich wollte es jedem erzählen. Mein liebstes Thema war die Zukunft. weil ich nunmal sagen konnte „Ja.. also ich studier bald Medizin.. nichts besonderes“. In meinem Kopf war es natürlich eher so „IST DAS NICHT TOLL SAG MIR WIE COOL DAS IST WOAH WUHU“. Aber hey immer bescheiden bleiben.

Einschreibung

Der Tag der Einschreibung, der erste Berührungspunkt mit der UNIVERSITÄT. Bald bin ich Studentin. Viele waren sicher schon auf Tagen der offenen Tür, in Probevorlesungen oder haben schon viel gehört. Aber es ist doch anders als man denkt. Ich also mit meinen ganzen Unterlagen in der Tasche mache mich auf den Weg und bin seltsamerweise halt wirklich aufgeregt. Auch wenn ich ja nur die Unterlagen abgebe. Was war da nur los mit mir?      Naja, dort angekommen.. an der Universität, nicht da wo ich genau hin muss! Denn das zu finden war gar nicht so leicht. Erstmal rein ins Hautpgebäude. Zu meinem Glück war irgendeine Messe und egal wen ich gefragt habe, keine hatte eine Ahnung. DIe Hälfte konnte nichtmal Deutsch.  Das Studierendensekreteriat war dann aber doch gar nicht so versteckt wie gedacht und die Einschreibung war schnell und unkompliziert. am nächsten Tag konnte ich dann auch schon meinen Studentenausweis abholen.

zentrale Eintragung

Am selben Tag konnten wir (hab mir direkt ne Mitfahrgelegenheit angelacht) dann auch noch fix zur zentralen Eintragung düsen. Dort ging es dann um „seht wie viel ihr tun müsst, seht her ihr habt kein Leben mehr, haha ihr armen Würstchen ohne Pflegepraktikum, wir haben so tolle Quoten, weint jetzt, dann erkläre ich alles weitere“. Ja eigentlich genau so nur viel Informativer. Der Typie (wir saßen in nem Hörsaal und er hatte vorne ne Powerpoint) hatte so ne Tolle Tabelle wo wir die Vorklinik im Gesamten mit den ganzen Blöcken und Einheiten sehen konnten. Sah viel aus. Ist viel. Aber alles halb so schlimm. Und im Prinzip war es keine zentrale Eintragung, das mussten wir später online machen. Weil wir die ersten sind, bei denen alles online gemacht wird. Yay.

Vorkurs

Da hat er uns auch von dem tollen Vorkurs erzählt. Den man sehr gerne besuchen soll… oder eher muss. Ja, weil alle die Naturwissenschaften abgewählt haben, haben ein Problem. Ja genau. Schlimm Schlimm…. QUATSCH! Es fängt alles von null an. Zwar schnell.. aber es wird ja nicht langsamer wenn die basics durch sind. Es bleibt schnell. Und ob du grob was kannst (es ist eh nie detailliert genug was du schon weißt) oder eben nicht, lernen muss man so oder so. Mir persönlich hat der Vorkurs nicht so unheimlich viel gebracht… aber wenigstens hab ich ein paar Begriffe dann schon gehört und wusste grob um was es geht. Und ein paar Leute hab ich auch schon kennen gelernt. Also mal anschauen kann man sichs, falls es sowas bei euch gibt.

Ersti-Woche

Und dann.. dann war ich ein Ersti. Wir hatten in der Ersti-Woche schon Vorlesungen und am Anfang denkt man noch „oh oh die kann ich ja nicht einfach schwänzen…“ also geht man hin. Manche sind schon jetzt so rebellisch und gehen lieber zu Veranstaltungen der Hauptuni. Andere, wie ich zum Beispiel, gehen dann halt nur zu den Mediziner-Events. Und es fängt schon in der Ersti-Woche an. Das „wer kann mehr“-Bashing. Eine Aufgabe der Ralley war zum Beispiel im Team eine Ana1 Klausur zu lösen. Und dann gab es da halt welche, die, warum auch immer, schon ein paar Fragen lösen können. Und halt so leute wie mich, für die das definitiv Fremdsprache ist. Nervus wasweißich durch das Foramen wiebittewas zum Musculus schlagmichtod. Was macht der da? Pronawasfürnscheiß? KEINE ANGST DAVOR! Das lernt man, auch wenn es einem erstmal unmöglich vorkommt. Manche haben nunmal eine medizinische Ausbildung. Oder den TMS geschrieben, Ärzte als Eltern, oder eine übernatürliche Motivation sowas schon vorher zu lernen. Muss man nicht haben um zu bestehen. Ich habs ja auch geschafft.

Erwartungen und Tatsachen

Dann endlich endlich endlich. Der erste Kurs. Bei mir: Terminologie. Man erwartet irgendwie so ein Feeling. So was besonderes. Offizielles. Akademisch wirkendes Umfeld. Irgendwie halt so. Ja und dann kommt man da hin und muss durch die Garage in einen Kellerraum. So der komplette Stilbruch. Winziger Raum, ca. 15 Mitstudenten. Jetzt wird dekliniert. Das war nicht meine erste Überraschung. Komm mal in einen Interimshörsaal mit so Stühlen wie in Musikräumen. Mit den runterklappbaren Tischen. Und fühl dich da mal studentisch. Aber dieser Kurs war wirklich lustig. Es war so skurril.

Vorlesungen

Am Anfang geht man noch zu jeder einzelnen, schaut sich alles an, lässt sich berieseln, bekommt Panik. Das ist so viel. Das ist so kompliziert. Wie soll ich das alles lernen. Ich kann mir das doch gar nicht alles merken. Ich bin dafür nicht gemacht. Das schaffe ich nie. Viele haben sich davon beeinflussen lassen und haben abgebrochen. Schon vor der ersten Klausur. Tut das bitte nicht. Man hat vor der ersten Klausur nicht das Gefühl ja das schaffe ich. Das geht nicht. Also versucht es wenigstens. Das Semester habt ihr eh begonnen, da könnt ihr es auch bis zum Ende durchziehen. Aufgeben ist nicht schlimm, aber nur, wenn man es wirklich versucht hat! Und es ist so ein tolles Gefühl das dann alles zu wissen. Es ist so schön zu bestehen. Es macht Spaß auf einmal mittendrin zu sein, in dieser Welt. Dieser wissenschaftlich medizinischen Welt. Und zu Vorlesungen gehe ich schon länger nicht mehr und viele tuen es mir gleich. Es gibt viele Kurse, Seminare und Praktika dass man trotzdem regelmäßig in der Uni ist. Und Bücher bearbeiten muss man in den meisten Fächer sowieso. Allerdings soll das jetzt kein Anstiften sein zum schwänzen. Es soll nur heißen, dass man nicht muss.

Fettnäpfchen

Einmal, als ich schon voll den Durchblick hatte (HA! Als ob man den je hätte), ging ich zu einer der unnötigsten Vorlesungen. Aber es war die erste in diesem Fach und ich wollte halt mal gucken. Und wir hatten jede verdammte Vorlesung in dem selben Hörsaal. JEDE. Weil es der einzige war der groß genug war für 500 Studenten. Naja, die Uni wusste wie unnötig diese Vorlesung war und hat sie kurzerhand in einen Hörsaal auf der anderen Seite des Geländes gepackt. Miri steht also vorm großen Hörsaal und wundert sich, dass da gerade eine Vorlesung läuft. Und es wartet auch niemand auf die nächste. Naja, vielleicht kommen die ja noch. Also hin gesetzt. gewartet. ein paar Minuten vor beginn war n och immer niemand da und ich spreche jemanden an. Joa die da drin hat eben erst angefangen. Unwahrscheinlich, dass da gleich die nächste beginnt. Also im Internet nachgeguckt, Fehler bemerkt, Sachen gepackt und über den Campus gerannt. Dort nur noch einen Platz auf den Stufen bekommen. Und dann gemerkt wie überaus unnötig diese kack Vorlesung war. Ja geil.

Ein anderes Mal war ich so verpeilt, dass ich zu spät kam. Und zwar nicht, weil ich einfach zu langsam war oder die Bahn verpasst hab. Nein! Ich bin davon ausgegangen, dass der Kurs eine Stunde später anfängt. Und zwar der Präp-Kurs. Fällt gar nicht auf wenn man da zu spät kommt. Gaaaaar nicht. Bemerkt habe ich es, als eine Freundin mir ne SMS schreibt, wann ich denn an der Bahn bin. Joa da liefs mir eiskalt den Rücken runter. MIST!! Also.. schnell alles geschnappt und zum Bus gerannt. Dann in die Bahn und dann in die Straßenbahn. Und ich kam tatsächlich nur ne Viertelstunde zu spät. Hab mich aber schon in der Bahn umgezogen. Sah sicherlich beruhigend aus für alle die auf dem Weg ins Krankenhaus waren. Junge Dame schnell n Zopf gemacht und in den Kittel geschlüpft. Handschuhe schonmal raus geholt. Ist die auf dem Weg in den OP? Ist gleich Visite? Was ist nur hier los? Nein Nein, keine Sorge meine Damen und Herren, meine Patienten leben nicht mehr und lassen sich freiwillig von Chaoten wie mir studieren.

Erfolge

Der beste Teil des Studiums ist wirklich das verstehen. Neue Dinge lernen, die einen brennend interessieren. Wie funktioniert was, wie sieht das alles aus, wieso sind manche Sachen gesund und andere ungesund… Aber was ich aus super finde ist, dass man die Ärztesprache versteht. Das ist wie eine Geheimsprache, in die man eingeweiht wird. Eine Freundin von mir war im Krankenhaus wegen Bauchschmerzen und hat einen Arztbrief mit nach hause bekommen. Sie hat natürlich nichts verstanden. Ganz viele Abkürzungen und Fremdwörter. Ich konnte ihr jeden Satz übersetzen. Natürlich war das jetzt noch nicht schwieriges, aber es war ein gutes Gefühl. Über etwas bescheid zu wissen.

Fazit

Nach einem Jahr kann ich euch sagen, dass es bis jetzt ein super Studium ist. Es ist interessant, wird nicht langweilig und fordert einen. Es verlangt schon ein gewisses Maß an Ehrgeiz, aber wenn man nicht nur faulenzen will ist es auf jeden Fall machbar. Also wagt es!

Falls ihr noch Fragen oder Wünsche zu Beiträgen habt, meldet euch.

eure medimiri

mein 1. Jahr Medizinstudium